Napoleonische Kriege oder 3. Koalitionskrieg - Napoleonic Wars oder War of the Third Coalition - Guerres napoléoniennes oder Trois

Frieden von Amiens - Armée d'Angleterre in Boulogne - Herzog von Enghien - Kaiser von Frankreich - Ulm - Trafalgar - Austerlitz

26.9.1750

Im nordenglischen Newcastle upon Tyne wird Cuthbert Collingwood geboren. Während seiner Karriere bei der Royal Navy wird er zu einem treuen Freund von Horatio Nelson. In der Schlacht von Kap Trafalgar führt er als Vizeadmiral einen Teil der britischen Flotte an und übernimmt nach Nelsons Tod das Oberkommando über die britische Flotte im Mittelmeer.

29.9.1758

Horatio Nelson wird im englischen Burnham Thorpe (Norfolk) geboren. Er wird einer der größten englischen Seehelden und im Seekrieg gegen Napoleon die entscheidende Schlacht von Kap Trafalgar kommandieren.

12.2.1768

Franz Joseph Karl wird am 12. Februar 1768 in Florenz geboren. Der Erzherzog von Österreich aus dem Hause Habsburg-Lothringen wird 1792 zum letzten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. 1804 ruft er das Erzherzogtum zum Kaisertum Österreich aus und sich regiert es als Franz I. 1805 ist er neben Napoleon und Alexander der Dritte Kauser in der Dreikaiserschlacht Austerlitz. 1806 legt er die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches nieder und beendet das Reich.

27.4.1770

Sir Edward Codrington wird am 27. April 1770 geboren. Während der Schlacht von Trafalgar befehligt er das Linienschiff Orion.

16.3.1803

Der Frieden von Amiens hält kein Jahr und England erklärt Frankreich wieder den Krieg. Der Krieg kam auch für die Franzosen nicht überraschend, doch konnte der gewaltige Vorsprung der englischen Kriegsflotte in dem knappen Friedensjahr nicht verringert werden. Den 42 französischen Linienschiffen stehen mehr als doppelt soviel Schiffe auf englischer Seite gegenüber. Bereits am Tag der Kriegserklärung verlassen englische Geschwader ihre Heimathäfen und die Blockade der französischen Häfen fortzusetzen.

15.6.1803

Die Armée d'Angleterre beginnt das große Truppenlager bei Boulogne zu errichten. Von hier aus soll der Hauptstoß gegen England erfolgen.

13.2.1804

Ein Mordkomplott gegen den Konsul Bonaparte wird aufgedeckt.  Georges Cadoudal, ein Drahtzimmer des Attentats von 1800, reiste von England nach Frankreich um das Konsulat zu stürzen. Als Husaren getarnte Royalisten sollten Napoleon während einer Parade eine Bittschrift übergeben und ihn in diesem Moment ermorden. Cadoudal wurde Steckbrieflich gesucht und konnte im März festgenommen wrden. In seinem Verhör kündigte er die Rückkehr eines Bourbonenprinzen im Fall eines erfolgreichen Attentats an. Cadoudal erwähnte nicht den Herzog von Enghien. In royalistischen Kreisen ging das Gerücht um, dass der Herzog eine Rückkehr nach Frankreich plante.

14.3.1804

Unter dem Kommando von Brigadegeneral Michel Ordener marschieren französische Soldaten in das badische Ettenheim ein um Louis Antoine Henri de Bourbon-Condé, den Herzog von Enghien, festzunehmen. An ihm sollte, nach dem misslungenen Attentat auf Napoleon Bonaparte, ein Exempel an den Bourbonen statuiert werden. Es gelingt den Franzosen den Herzog zu entführen. Dieser Akt stieß in ganz Europa auf großen Widerstand. Viele glauben, dass diese Entführung ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Koalition gegen Napoleon war. Innenpolitisch hatte Napoleon durch diese Untat jedoch der royalistischen Bewegung in Frankreich einen gewaltigen Dämpfer versehen.

15.5.1804

William Pitt der Jüngere übernimmt zum zweiten Mal das Amt des englischen Premierminister. Er löst damit den "Friedenspremier" Addington und seine Regierung ab. Pitt rüstet nach dem kurzen Frieden von Amiens wieder auf und arbeitet nun ununterbrochen an einer neuen Koalition gegen Napoleon Bonaparte. Die Ermordung von Louis Antoine Henri de Bourbon-Condé, den Herzog von Enghien, bringt die europäischen Fürsten hinter ihn.

18.5.1804

Napoleon proklamiert sich zum Kaiser von Frankreich. Dies ist eine Reaktion auf den Anschlag und das aufgedeckte Komplott. Mit der Errichtung einer Erbmonarchie soll die royalistische Bewegung gestoppt werden. Er betrachtete den Kaisertitel "als sicheres Mittel, in Frankreich Ruhe und Frieden herzustellen."

11.8.1804

Das Kaiserreich Österreich wird als Erbmonarchie von Franz II. begründet. Franz II. war der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und nach der Gründung des österreichischen Kaiserreiches gleichzeitig Franz I. von Österreich geworden. Mit seiner Krönung wollte er wieder mit Napoleon Bonaparte gleichziehen, welcher sich selbst Anfang des Jahres entschieden hatte Frankreich in ein Kaiserreich zu wandeln.

Mit dieser Entscheidung wollte man auch den französischen Ambitionen auf das Erbe Karls des Großen ein Ende bereiten. Der Kurfürst von Mainz, Karl Theodor von Dalberg, hatte Joseph Kardinal Fesch praktisch zu seinem Nachfolger gemacht. Kardinal Fesch, der Onkel von Napoleon Bonaparte (!), wäre damit zum Aufseher des Reichsgerichtes und Hüter des Reichsarchives geworden und hätte das Reich nach Napoleons Willen zum Wohle Frankreichs umformen können.

2.12.1804

Napoleon krönt sich selbst zum Kaiser und Josephine zur Kaiserin. Diese Selbstkrönung ist aber weniger die Tat eines selbstgefälligen Diktators, sondern die abgesprochene Handlung um das französische Volk wieder zusammenzubringen. Wenn er die Kaiserkrone von Pius VII erhalten hätte, so wären die protestantischen und atheistischen Franzosen nicht von der Legitimität des Kaisers überzeugt gewesen. Papst VII hatte bereits bei der Planung für die Zeremonie angekündigt, dass er sich im Moment der Krönung zurückziehen würde und somit nicht kompromittiert wäre. 

30.3.1805

Der französischen Flotte gelingt in einem günstigen Augenblick der Ausbruch aus dem Hafen von Toulon. Vor der spanischen Küste vereinigen sich die spanische und französische Flotte und setzen Kurs in die karibische See. Dort sollte Admiral Villeneuve britische Besitzungen angreifen, er hatte für diesen Zweck unter anderem 12.000 Soldaten eingeschifft, um die Royal Navy aus dem Kanal zu locken. Danach sollte er sich umgehend mit der französischen Atlantikflotte in Brest vereinen um für wenige Tage die Herrschaft über den Kanal zu erlangen und damit den Weg für eine Invasion Großbritanniens freizumachen. Admiral Nelson nahm mit 9 Linienschiffen und zwei Fregatten die Verfolgung auf.

26.5.1805

Napoleon wird in Mailand zum König von Italien gekrönt.

4.6.1805

Admiral Villeneuve erreicht mit 29 Schiffen Martinique. Sein Auftrag lautet für 40 Tage in Westindien zu bleiben und dabei englische Besitzungen zu erobern. Napoleons hoffte damit einen Großteil der englischen Kanalflotte in die Karibik locken zu können. Dieses Zeitfenster sollte ausreichen um die geplante Invasion durchführen zu können.

20.8.1805

Admiral Villeneuve zieht sich nach der Schlacht vor Kap Finisterre in den Hafen von Cadiz zurück. Napoleons eigentlicher Befehl sollte ihn nach Brest führen. Aus welchen Gründen auch immer, Villeneuve folgte ihnen nicht und läutete damit unwissendlich das Ende der französischen Flotte ein. Kaum war er in Cadiz eingetroffen, blockierte die Royal Navy den Hafen und setzte Villeneuves Flotte fest.

25.8.1805

Napoleon wurde von Spionen über die Aktivitäten der Österreicher und Russen informiert. Seine Pläne von einer Invasion in England hat er mittlerweile verschoben, braucht er doch die ausgezeichnet trainierten Soldaten auf dem europäischen Festland. Am 25.8.1805 verlassen die ersten Truppen ihre Lager an der Kanalküste und machen sich auf den Weg nach Mitteleuropa. Bis zum 3. September sollte es dauern bis alle Truppen ihre Lager abgebrochen hatten.

30.8.1805

Für Admiral Villeneuve wird die Lage immer schwieriger. Die britische Blockade unter dem Kommando von Admirals Cuthbert Collingwood wird durch Vizeadmiral Calders Flotte verstärkt. Villeneuve hat immer noch die Möglichkeit auszubrechen, denn sein Flottenverband ist den Engländern zahlenmäßig überlegen.

15.9.1805

Admiral Nelson läuft mit seinem Flaggschiff aus Portsmouth aus um die Blockade der Flotte von Admiral Villeneuve zu verstärken. Wenn er an diesem 15. September noch einen Blick zurückgeworfen hat, dann hat er zum letzenmal seine Heimat gesehen. Gegen Ende des Monats übernimmt er das Kommando der Flotte vor Cadiz.

24.9.1805

Die Grande Armée überquert den Rhein. Ihr Aufmarschgebiet der war zwischen Mannheim und Straßburg. Die Soldaten sollten das Zentrum und den rechten Flügel der Grande Armée im Feldzug bilden. Im Norden trugen Soldaten aus Hannover und den Niederlanden den linken Flügel. Sobald der Feldzug begann, sollten die Armee in das Donautal vordringen und von dort aus ihre Schläge durchführen.

28.9.1805

Napoleon Bonaparte erkennt, dass die geplante Invasion nicht mehr durchführbar ist. Er erteilt Admiral Villeneuve daraufhin den Befehl die 12.000 Soldaten in Neapel auszuschiffen. Obwohl Villeneuve die Befehle bereits am 28.09.1805 erhielt, dauerte es noch Wochen bis er sich anschickte diese auszuführen.

29.9.1805

Admiral Nelson, der Villeneuves Flotte bis in die Karibik verfolgte, segelte mit seinem Verband zurück nach England. Dort erfuhr er, dass sich die französische Flotte im Hafen von Cadiz befand. Er macht sich unmittelbar auf dem Weg und trifft am 29. September 1805 mit weiteren drei Linienschiffen auf die britische Blockadeflotte. Er übernimmt das Oberkommando über die zahlenmäßig unterlegene Flotte.

8.10.1805

Am 8. Oktober werden die ersten Gefechte des Feldzuges von 1805 geschlagen. Bei Wertingen, und einen Tag später bei Günzburg, finden die ersten Vorgefechte statt.

11.10.1805

Bei Haslach-Jungingen kommt es zu einem größeren Gefecht aus dem sich die französischen Truppen erstmal zurückziehen müssen. Dennoch entscheidet sich Feldmarschall-Lieutenant von Mack seine Truppen enger um Ulm zu ziehen.

14.10.1805

Aus der Schlacht von Elchingen geht Marschall Ney als Sieger hervor. Dies veranlasst General Mack sich nach Ulm zurück zuziehen.

20.10.1805

27.000 österreischiche Soldaten unter dem Kommando von Feldmarschall-Lieutenant von Mack ergeben sich den Franzosen. Napoleon war es gelungen in kürzester Zeit seine Truppen aus den Lagern an der Kanalküste nach Bayern zu bringen. Noch bevor sich östereichische und russische Truppen verbinden konnten, setzte er sich dazwischen und konnte die Festung Ulm von beiden Seiten unter Druck setzen. Dem glücklosen Mack blieb nichts anderes übrig, als sich zu ergeben. Bisher standen 2.000 gefallenen Franzosen Verluste von 4.000 Österreichern gegenüber, jedoch mehr als 60.00 Gefangene und 200 Kanonen konnten bereits genommen werden. Auch wenn die Vorzeichen für den Feldzug von 1805 nicht gut standen, die Franzosen verkauften sich bisher ausgepsprochen gut.

21.10.1805

Am Kap von Trafalgar besiegt der englische Admiral Horatio Nelson die französisch-spanische Flotte unter dem Kommando von Vizeadmirals Pierre Charles de Villeneuve. Die französisch-spanische Flotte wird fast völlig zerstört und Napoleons Invasionspläne für immer vernichtet. Mit der Schlacht von Trafalgar hat sich England endgültig zur Herrscherin der Meere aufgeschwungen. Der Siegreiche Admiral Nelson wird während der Schlacht tödlich verwundet.

26.10.1805

Napoleon beginnt die Verfolgung der russischen Armee unter General Kutusov. Nachdem Kutusov die Nachricht von der Kapitulation bei Ulm erhält, zieht er sich zurück um sich bei Olmütz mit einer weiteren russischen Armee und Zar Alexander I. zu vereinen.

28.10.1805

In Norditalien findet die Schlacht von Caldiero statt.

13.11.1805

Napoleons Truppen ziehen am 13. November 1805 kampflos in Wien ein, wo sie von der Bevölkerung neugierig empfangen werden. Napoleon bezieht Quartier im Schloss Schönbrunn.

14.11.1805

Am 14.11.1805 bezog Napoléon im Wiener Schloss Schönbrunn Quartier, nachdem seine Truppen tags zuvor kampflos Wien eroberten. Das Schloss Schönbrunn, westlich der Innenstadt im Bezirk Hietzing gelegen, ist eines der bedeutendsten Kulturgüter Österreichs. Die erste Eroberung Wiens (die zweite Besetzung Wiens im Jahr 1809 gelang nur nach schwerem Beschuss) war Teil des dritten Koalitionskrieges. Die dritte Koalition gegen Frankreich bestand ab 1805, Koalitionspartner waren Österreich, Großbritanien, Russland und Schweden.

Die Eroberung am 13. November 1805 erfolgte, nachdem drei französische Marschälle mit weißer Fahne über die damals einzige stark verteidigte Donaubrücke, die Taborbrücke, kamen und den österreichischen Befehlshabenden davon überzeugten, dass der Krieg im Grunde schon vorbei ist. Währenddessen marschierten die Franzosen an anderer Stelle in die Stadt, ohne dass es zu Kampfhandlungen kam.

15.11.1805

Bei Hollabrünn täuscht General Bagration dem französischen Prinz Murat angeblich stattfindende Friedensverhandlungen vor und kann während des folgenden Waffenstillstands einen Großteil seiner Soldaten entwischen lassen.

16.11.1805

Der Waffenstillstand wird beendet und es kommt zu einem Gefecht bei Hollabrünn. Dieses Gefecht wird am 1. Dezember von Napoleon in seinem Brief an die Armee erwähnt.

20.11.1805

Am  20. November vereint sich Kutusov  mit Buxhöwden Armee. Bei Olmütz trifft das österreichisch-russische Heer auf Zar Alexander und Kaiser Franz. Am gleichen Tag trifft Napoleon in Brünn ein und wird von Abgeordneten Mährens und dem Erzbischof empfangen. Dort soll sich die Grande Armée sammeln und ausruhen. Bernadottes Korps wird mit den Bayern nach Iglau geschickt.

30.11.1805

Französische Truppen besetzen Austerlitz und den Hügel Pratzen. Dieses Manöver soll die Aufmerksamkeit der Alliierten auf sich ziehen. Der Köder wird geschluckt und die Alliierten wenden sich Austerlitz zu. Die französischen Truppen werden daraufhin wieder zurückgezogen und hinterlassen den Eindruck von Flucht und Unordnung.  Österreicher und Russen glauben tatsächlich, dass sich die Franzosen wieder zurückziehen.

1.12.1805

Franzosen, Österreicher und Russen stehen bereit um am nächsten Tag bei Austerlitz die Schlacht zu schlagen. Marschall Bernadottes und Marschall Davouts Korps erreichen rechtzeitig das Schlachtfeld und reduzieren damit die große Alliierte Überlegenheit.

2.12.1805

Genau ein Jahr nach seiner Krönung trifft Napoleon in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz auf Alexander und Franz I. Die vereinigte russisch-österreichische Armee wird vernichtend geschlagen. Infolgedessen wird Österreich am 25.12.1805 zum Frieden von Pressburg gezwungen und verliert einen Teil seines Herrschaftsbereichs.

1.1.1806

Als Folge des Friedens von Pressburg werden die Herzogtümer Bayern und Württemberg am 01. Januar 1806 zu Königreichen.

18.2.1806

Napoleon erlässt ein Dekret zur Errichtung des "Arc de Triomphe" als Denkmal für die Grande Armée und ihren Sieg bei Austerlitz in Paris. Der Triumphbogen, im antiken römischen Stil gehalten, ist knapp 50 m hoch, 45 m breit und 22 m tief. Nachdem der Architekt Jean Chalgrin im Jahre 1814 starb, und Napoleon im gleichen Jahr Abdanken musste, wurden die Arbeiten an dem Triumphbogen eingestellt. Erst 1836 wurde er fertiggestellt.

8.1.1815

Der Wiener Kongress veröffentlicht eine Erklärung gegen den Sklavenhandel. Der Schlussartikel des ersten Pariser Friedens vom 30. Mai 1814 enthielt die Bestimmung, dass alle Mächte, welche an dem Kriege gegen Napoleon beteiligt gewesen, zur Ordnung der Verhältnisse Europas Abgesandte nach Wien schicken sollten. Der Wiener Kongress began am 22. September 1814 und endete mit der Unterzeichnung der Schlussakte am 9. Juni 1815, wurde jedoch nach dem zweiten Pariser Frieden vom 20. November 1815 zu Ungunsten Frankreichs angepasst.

2.6.1835

François-Etienne Kellermann, Herzog von Valmy und Pair von Frankreich, stirbt am 2. Juni 1835. Der französischer Kavalleriegeneral wurde vorallem durch seine Attacken in der Schlacht von Marengo bekannt. Aber auch Austerlitz, Ligny und Waterloo kämpfte er für Napoleon Bonaparte.

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