Epilog

Austerlitz, am 12. Frimaire.
Soldaten!

Ich bin mit euch zufrieden: Ihr habt am Tage von Austerlitz alles gerechtfertigt, was ich von eurer Unerschrockenheit erwartete. Ihr habt eure Adler mit unsterblichem Ruhme geschmückt. Eine Armee von 100 000 Mann, von den Kaisern von Russland und Österreich geführt, wurde in weniger als vier Stunden zerstreut oder vernichtet. Was eurem Eisen entging, ertrank in den Seen.
Vierzig Fahnen, die Standarte der kaiserlichen Garde von Rußland, 120 Geschütze, 20 Generäle, mehr als 30 000 Gefangene sind das Resultat dieses ewig denkwürdigen Tages. Dieses so oft gerühmte Fußvolk hat trotz seiner Überlegenheit eurem Angriffe nicht widertehen können, und ihr habt jetzt keine Nebenbuhler mehr zu fürchten. So wurde diese Koalition in zwei Monaten besiegt und aufgelöst. Der Friede kann nicht mehr fern sein, aber ich werde das Versprechen halten, das ich meinem Volke gab, ehe ich über den Rhein ging: ich werde nur einen solchen Frieden schließen, der uns Garantien gibt uns unseren Verbündeten Belohnungen sichert.
Soldaten! Wenn alles geschehen ist, was nötig ist, um das Glück und das Gedeihen unseres Vaterlandes zu sichern, so werde ich euch nach Frankreich zurückführen, und dort werdet ihr der Gegenstand meiner zärtlichsten Sorgfalt sein. Mein Volk wird euch mit Freude wieder sehen, und ihr werdet nichts weiter zu sagen brauchen als: "Ich war bei der Schlacht von Austerlitz", damit man euch antworte:" Das ist ein Tapferer!"

Napoleon.

Napoleons Nachricht an die Soldaten

Die Schlacht war geschlagen. 9.000 Franzosen und 15.000 Alliierte lagen tot oder verletzt auf dem kalten Boden Mährens. 12.000 Russen und Österreicher waren Kriegsgefangene, sowie 180 Kanonen in der Hand der Franzosen.

Bagration konnte seine restlichen Truppen erfolgreich vom Schlachtfeld führen. Napoleon sah von einer weiteren Verfolgung ab. Die Franzosen nahmen die Lager der Besiegten ein, Napoleon selbst quartierte sich im Schloss von Austerlitz, vorher das Quartier von Alexander I, ein.

Napoleon belohnte seine Soldaten reichlich. Am 7. Dezember erließ der Kaiser folgendes Dekret:

Artikel I. Die Witwen der Generale, die in der Schlacht bei Austerlitz gefallen sind, erhalten eine lebenslängliche Pension von 6000 Franken; die Oberst- und Majorwitwen eine solche von 2400 Franken; die Hauptmannswitwen 1200 Franken; die Offizierswitwen 800 Franken und die Witwen von Soldaten 200 Franken jährlich.

Darüber hinaus verpflichtete er sich alle Kinder von gefallenen Generälen, Offizieren und Soldaten zu adoptieren. Sie durften ab jetzt den Namen Napoleon führen und sollten in den Schlössern Rambouillet und Saint-Germain leben und unterzogen werden.

Am 4. Dezember trafen sich Napoleon und Franz und unterhielten sich zwei Stunden lang. Anscheinend hatten sie sich gut verstanden, wurde doch Lachen aus dem Raum vernommen. Mit den Worten "Das sind Krämer die den Kontinent in Brand stecken, um sich den Welthandel zu sichern", äußerte der Österreichische Kaiser seinen Unmut über England. Ab dem 5. Dezember galt ein Waffenstillstand zwischen Frankreich und Österreich.

Die Russen befanden sich bereits auf dem Weg nach Hause. Alexander I übermittelte eine Nachricht an Napoleon in dem er den Kaiser in den Himmel lobte. Kaiser Franz hatte bei dem Treffen mit Napoleon bereits mitgeteilt, dass sich der Zar von England lossagen

Am 26. Dezember wurde der Frieden von Pressburg geschlossen. Pressburg wurde gewählt, weil Brünn zu weit von Wien lag. Österreich sollte immer noch spüren, dass es eine besiegte Nation war. Beinahe wären die Kampfhandlungen wieder aufgenommen worden, denn die Erzherzöge marschierten auf Wien zu und das Haus Habsburg zögerte die Unterzeichnung des Vertrages hinaus. Schliesslich wurde der Frieden doch geschlossen, immerhin befand sich mittlerweile ein gewaltiges französisches Heer rund um Wien und Alexander I stand als Verbündeter nicht mehr zur Verfügung. Österreich verlor Venedig an das neue Königreich Italien. Tirol und Vorarlberg gingen an Bayern.

Die 3. Koalition war am Ende. Die europäische Karte musste neu gezeichnet werden. William Pitt, der Initiator der Koalition, reiste im Januar 1806 zum letzten Mal nach London. Bei der Beerdingung von Horatio Nelson war er ein gebrochener Mann. Wenig später verstarb er selbst. England hatte seine größten Helden innerhalb weniger Wochen verloren und freundete sich mit dem Gedanken an, dass Napoleon nicht zu schlagen war, Charles Fox, der neue Premierminister, suchte den Frieden mit Napoleon. Aber Napoleon versuchte Russland gegen England aufzubringen und so wurden die Bemühungen eingestellt.

Der Friede von Pressburg

  • Die Schlacht ist beendet. Österreicher und Russen fliehen in ihre Heimat
  • Napoleon und Franz treffen sich unmittelbar nach der Schlacht. Franz sagt sich von England los, die 3. Koalition ist beendet
  • Der Diktatfrieden von Pressburg ist schmerzhaft für Österreich
  • Premierminister Pitt stirbt in Englan

Napoleons Feldzug von 1805 gipfelte im französischen Sieg über die Österreicher und Russen am 2. Dezember und brachte den frischen Kaiser der Franzosen auf den Zenith seines Erfolgs. Die Niederlage Österreichs und der Friede von Preßburg ebneten den Weg zu einer gründlichen Neugestaltung Europas; deutlich sichtbar wurde dies bereits mit der Gründung des Rheinbunds im Juli 1806, einer Vereinigung von 16 deutschen Staaten, die aus dem Reich ausschieden, unter dem Protektorat Napoleons. Das bedeutete das endgültige Ende des alten deutschen Reiches, und Franz II. legte die deutsche Kaiserwürde nieder. In demselben Jahr wurde Preußen, daß sich im Jahr zuvor passiv verhalten hatte, bei Jena und Auerstädt vernichtend geschlagen; die Schlacht bei Preußisch Eylau jedoch gegen die den Preußen zur Hilfe kommenden Russen war kein eindeutiger französicher Sieg mehr. Obwohl russische Armeen in den Feldzügen von 1805 und 1806 gegen die Franzosen Niederlagen erlitten hatte, erfolgte der Friedensschluß von Tilsit 1807 auf gleicher Augenhöhe; Rußland und sein für Napoleon unberechenbarer Zar begrenzten die Gestaltungsmöglichkeiten des französischen Kaisers. Nur dem Zaren hatte es Preußen zu verdanken, nicht vollständig durch den französischen Kaiser von der Landkarte getilgt zu werden.

Es dauerte nicht lange, bis es sich erwies, daß Napoleon zwar die Throne Europas an seine Familienangehörigen und Marschälle verteilen konnte, daß aber auf diese Weise kein stabiles politisches europäisches System geschaffen worden war. In Spanien erhob sich die Bevölkerung seit 1807 gegen die französischen Besatzer, was den Briten eine Möglichkeit zur Intervention auf dem Festland gab; es sollte den Franzosen nicht mehr gelingen, den Austand niederzuschlagen. 1809 wagten Österreicher einen Krieg, aber obwohl sie Napoleon bei Aspern eine Niederlage beibrachten, war der Feldzug nach kurzer Zeit gescheitert. Entscheidend für den Zusammenbruch der französischen Vorherrschaft in Europa war schließlich Napoleons Feldzug gegen Rußland, das sich weigerte, die Kontinentalsperre durchzuführen und England die Häfen verschlossen zu halten. Die Grande Armee wurde fast vollständig vernichtet. Obwohl Napoleon nach Frankreich zurückeilte, um neue Heere auszuheben, formierte sich nun ein breiter Widerstand gegen die französische Vorherrschaft, so daß Napoleon 1814 abdanken mußte. Napoleons Rückehr und die Herrschaft der 100 Tage blieben ein Zwischenspiel, denn die europäischen Mächte waren nicht mehr bereit, Napoleon als Herrscher in Frankreich zu dulden.

Aus Sicht der meisten Zeitgenossen war Austerlitz sicherlich der bedeutende Wendepunkt des Jahres 1805; die Seeschlacht von Trafalgar hingegen besaß keinen Einfluß auf die Ereignisse auf dem Kontinent.

Nach der 3. Koalition

Material

Courtesy of the University of Texas Libraries, The University of Texas at Austin.

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